Reaktives Hautmanagement

Prinzip der Therapieeskalation

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Website (2009), gibt es keine evidenzbasierten Leitlinien für das Management von Hautreaktionen unter EGFRI-Therapie. Die auf dieser Website beschriebenen Behandlungsalgorithmen wurden daher auf Grundlage einer Literaturdurchsicht zusammengestellt oder basieren auf Expertenaussagen sowie anekdotischen oder kleinen Sammlungen von Fallberichten.

Aktualisierung: Im Jahr 2011 veröffentlichte die MASCC einer klinischen Leitlinien für die Prävention und Behandlung von EGFR-Inhibitor-assoziierten dermatologischen Toxizitäten .

Behandlungsentscheidungen erfordern eine sorgfältige Diagnose der jeweiligen individuellen klinischen Situation. Die auf dieser Website gebotenen Informationen können nur einen von mehreren Bausteinen für die Therapiefindung liefern.

Behandlung für die Verschiedenen Symptome

Allgemein Vorschlag

  • Allgemeine Maßnahmen zur Hauthydration, zum Sonnenschutz und zur Nagelpflege1
  • Frühzeitige Intervention2,3,4. Behandlung beim ersten Anzeichen von Hautausschlag einleiten; Schmerzen frühzeitig behandeln, gezielt auf Hautrisse oder nässenden Ausschlag untersuchen

Leichter Grad 1 Akneiformer Hautausschlag1

  • Topische Metronidazol-Crème

Symptome1,2,4

  • Paronychie: Antiseptische Bäder/Creme, ultrapotente topische Steroide
  • Pruritus: Feuchtigkeitsspendende/kühlende Creme
  • Fissuren: Feuchtigkeitsspendende Salbe

EGFRI-Therapie fortsetzen

Mittelschwerer Grad 2 Akneiformer Ausschlag1

  • Zusätzlich orale Tetracyclingabe
  • Bei Superinfektion zusätzlich ein S. aureus-wirksames Antibiotikum

Symptome1,2,4

  • Paronychie: Zusätzliche orale Tetracyclingabe, Silbernitrat zur topischen Anwendung
  • Pruritus: Zusätzlich orale Antihistaminika
  • Fissuren: Zusätzlich Flüssigverbände, Analgetika

EGFRI-Therapie unter engmaschiger Überwachung fortsetzen

Schwerer Grad 3 Akneiformer Ausschlag1

  • Tetracyclin-Dosis verdoppeln
  • Kochsalzkompressen
  • Zusätzlich ein S. aureus-wirksames Antibiotikum gegen Superinfektion
  • Engmaschige Überwachung

Symptome1,2,4

  • Paronychie: Zusätzlich S. aureus-wirksame Antibiotika gegen Superinfektion
  • Pruritus: Zusätzlich sedierende Antihistaminika
  • Fissuren: Zusätzlich S. aureus-wirksame Antibiotika gegen Superinfektion

EGFRI-Therapie unterbrechen, Wiederaufnahme nur bei Rückgang auf mittelschwere Symptome (z.B. Grad ≤2)

 

Literatur

1Segaert S. Targeted Oncol 2008; 3: 245-251.
2Sipples R. Semin Oncol Nurs 2006; 22: 28-34.
3Lacouture ME. Nat Rev Cancer 2006; 6: 803-812.
4Rhee J et al. Clin Colorectal Cancer 2005; 5(Suppl 2): S101-S106.

 

Seite zuletzt im Jahr 2009 aktualisiert.